Update Kfw Programm „Jung kauft Alt“

Bisher galt das Programm „Jung kauft Alt“ als ambitioniert: Wer den zinsgünstigen Kredit der KfW in Anspruch nahm, musste sich verpflichten, die erworbene Immobilie innerhalb von 54 Monaten auf das Niveau eines Effizienzhauses 70 EE zu sanieren. Für viele Familien war diese Hürde finanziell und technisch zu hoch. Damit ist nun Schluss.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

1. Absenkung des Sanierungsstandards auf EH 85 EE

Die zentrale Neuerung ist die Lockerung der Sanierungspflicht. Statt des strengen EH-70-Standards ist nun das Erreichen des Effizienzhaus-Standards 85 EE ausreichend.

  • Was bedeutet das für Käufer? Der Standard 85 EE ist deutlich leichter und kostengünstiger zu erreichen als der 70er-Standard. Es müssen weniger komplexe Dämmmaßnahmen oder technische Installationen vorgenommen werden, was die Sanierungskosten oft um fünfstellige Beträge senkt.

2. Einführung einer „Härtefallregelung“

Ein großer Unsicherheitsfaktor war bisher das Risiko, bei Nichterreichen des Sanierungsziels die gesamte Förderung zu verlieren. Hier wurde eine Sicherheitsstufe eingebaut:

  • Wird das Ziel EH 85 EE verfehlt, aber zumindest der Standard EH 100 EE erreicht, wird der Kredit nicht mehr gekündigt.
  • In diesem Fall erhöht sich lediglich der Zinssatz (in der Regel um einen Prozentpunkt), aber die Familie behält die Finanzierung und muss keine sofortige Rückzahlung fürchten.

3. Erhebliche Zinssenkungen

Parallel zur Absenkung der Standards hat die KfW auch an der Zinsschraube gedreht. Die Zinssätze wurden deutlich reduziert und liegen nun oft mehr als 2 % unter den marktüblichen Zinsen der Hausbanken. Dies sorgt für eine spürbare Entlastung der monatlichen Rate.

Wer wird gefördert? Die Voraussetzungen im Überblick

An den grundlegenden Eckdaten des Programms hat sich nichts geändert. Gefördert werden weiterhin:

  • Zielgruppe: Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind.
  • Einkommensgrenzen: Ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen von maximal 90.000 Euro (bei einem Kind), plus 10.000 Euro für jedes weitere Kind.
  • Objektzustand: Die Immobilie muss beim Kauf in die Energieeffizienzklasse F, G oder H eingestuft sein.
  • Förderhöhe: Je nach Kinderanzahl sind Kredite zwischen 100.000 und 150.000 Euro möglich.

Fazit: Bestandskauf wird zur echten Alternative

Durch die Absenkung auf EH 85 EE wird „Jung kauft Alt“ endlich zu dem Werkzeug, das es sein sollte: Eine echte Hilfe für Familien, die den Leerstand in Ortskernen beleben wollen, ohne sich finanziell mit einer High-End-Sanierung zu übernehmen.

Tipp für Sanierer: Der KfW-Kredit 308 deckt primär die Kaufkosten ab. Für die eigentliche Sanierung können zusätzlich die Fördermittel der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) genutzt werden – etwa der KfW-Kredit 261 mit attraktiven Tilgungszuschüssen.